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Gelbe Engel auf dem Holzweg?

Mit einer breit angelegten Kampagne wirbt der ADAC zurzeit für ein neues Produkt,
den ADAC Boot-Check. Dabei handelt es sich nach Angaben des Automobil Clubs um ein
standardisiertes System zur europaweiten, unabhängigen und objektiven Feststellung von Bootszustand und -funktionen. Neben Einnahmen verspricht sich der ADAC von diesem Produkt eine Belebung des Gebrauchtbootmarktes.
So soll es funktionieren: Boote können nach vorheriger Anmeldung an einer Prüfstation vorgeführt werden. Dort werden sie von „geschulten ADAC Prüfern“ anhand einer Checkliste in Augenschein genommen. Nach der Besichtigung erhält das Boot eine Prüfplakette mit einer Bericht-Nummer.
Der Bericht entspricht der Checkliste und wird anonymisiert im Internet veröffentlicht. Bei diesem Verfahren würde natürlich auch das Boot auf der Titelseite der ADAC-Broschüre eine Plakette bekommen und im Bericht unter III wäre angekreuzt: „Schiff an Land abgeriggt“ besichtigt.
Dieses Verfahren stellt nach Angaben des ADAC „eine kostengünstige Alternative zu den Gutachten von vereidigten Sachverständigen dar“. Wenn das so wäre, dann ist auch die Fahrt auf einem Tretroller an der Isar die kostengünstige Alternative zu einer Italienreise im Luxusauto.
Da die Berichte ohne zeitliche Begrenzung ins Internet gestellt werden, können die Verbraucher nur am Ausstellungsdatum sehen, ob der beschriebene Zustand aktuell ist. Der in der Werbung transportierte Preis „ab 99,00 Euro“, bezieht sich zunächst auf Boote unter vier Metern Länge. Bei einem 39-Fuß-Boot sind es dann 559,00 Euro, wovon der Prüfer 150,00 Euro für seine einstündige (!) Besichtigung erhält, während die verbleibenden 409,00 Euro für den ADAC sind. In dieser einen Stunde muss der Prüfer bei etwa 275 Zeilen und Kästchen in ca. 87 Kategorien die richtigen Kreuze und Eintragungen vornehmen.
Das heißt, er hat pro Kategorie für Besichtigung und Eintragung knapp 42 Sekunden Zeit. Das klingt sportlich, aber nicht gründlich und dieses Produkt ist nach unserer Auffassung definitiv keine kostengünstige Alternative zum Gutachten von vereidigten Sachverständigen, sondern eine oberflächliche Besichtigung, die weder dem Käufer, noch dem Verkäufer, sondern in erster Linie der
Kasse des ADAC dient.

Claus-Ehlert Meyer,
Geschäftsführer desDeutschen Boots- und
Schiffbauer-Verbandes

Quelle: bootswirtschaft 2/2012


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